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Verkostungsbericht · Nosing & Tasting

Tokaji Wine Cask Finishes von Murray McDavid

Ungarischer Süßwein trifft schottischen Malt — unser Oktober-Tasting im Restaurant Praha stand ganz im Zeichen ungewöhnlicher Fassfinishs.

Unser Oktober-Tasting führte uns ins Restaurant Praha – und geschmacklich gleich mit nach Ungarn. Der unabhängige Abfüller Murray McDavid hat sich in den letzten Jahren einen Namen für ausgefallene Fasslagerungen gemacht, und mit Tokaji-Weinfässern stand diesmal eine Rarität im Glas, die selbst erfahrene Mitglieder überraschte.

Die Auswahl im Glas

  • BenRiach 2014/2024 – 9 Jahre, Tokaji Wine Cask Finish — honigsüßer Auftakt mit reifer Aprikose und einer feinen weinigen Säure, die den malzigen Speyside-Charakter von BenRiach schön einrahmt.
  • Glentauchers 2010/2024 – 14 Jahre, Tokaji Wine Barrique Finish — mehr Tiefe und Würze, dazu kandierte Orangenschale und ein langer, leicht tanninhaltiger Abgang vom Barrique.
  • Caol Ila — zum Ausklang ein Wechsel ans andere Ende des Aromenspektrums: rauchig-maritim, mit dem gewohnt eleganten, weniger torfbetonten Islay-Charakter, für den Caol Ila bekannt ist.

Unser Fazit

Die beiden Tokaji-Finishes zeigten eindrucksvoll, wie stark ein Süßweinfass einen Whisky prägen kann, ohne ihn zu überdecken – ein Thema, über das am Tisch angeregt diskutiert wurde. Der Caol Ila zum Schluss sorgte für den passenden Kontrast und den Beweis, dass auch ein „einfacher“ Standardabfüller neben ausgefallenen Sonderfassungen bestehen kann.

Slàinte!