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Whisky-Regionen

Die Whisky-Region Schottland ebenso vorgestellt, wie die Exoten Japan, Kanada und Neuseeland.

Der Old Man of Storr auf der Isle of Skye, Blick über die West Highlands

Schottland ist nach wie vor der größte Whiskyproduzent. Die Region Schottlands lässt sich in einzelne Regionen aufteilen. Doch auch andere – weltweite – Destinationen haben sich mittlerweile etabliert.

Die schottischen Whisky-Regionen von Norden nach Süden Norden Süden North Highland Heidig, mild Speyside Fruchtig, rein Highland Vielfältig, warm West Highland Torfig, maritim Campbeltown Rauchig, würzig Islay Rauchig, salzig Lowland Leicht, mild
Die schottischen Whisky-Regionen von Norden nach Süden — von der Frische der Speyside bis zu den rauchigen Torfaromen Islays.

Schottland

Lowland

Als Lowland bezeichnet man die Region Schottlands südlich der Linie Glasgow – Perth – Tay. Alle hier hergestellten Whiskys sind heute sehr hochwertige „Lowland Malts“ und zeichnen sich durch leichten, fruchtig-trockenen Geschmack ohne See- und Torfaroma aus. Bekannte Lowland-Distillerien sind u. a. Glenkinchie, Auchentoshan und Littlemill.

Highland

Der Begriff „Highland“ wird vielfältig benutzt: für die gesamte Region nördlich der Linie Glasgow – Perth – Tay, für die Gebirgszüge der Grampians und der Northwest Highlands, für den Regierungsbezirk „Highland Region“ etc. Wegen der Größe und Vielfältigkeit der Highlands spezialisiert man beim Whisky noch in „West Highland“, „North Highland“ und „Speyside“.

Als echte Highland-Whiskys gelten diejenigen, die im Bereich der Grampian Mountains hergestellt werden. Aufgrund der Vielfalt der Landschaft, des Wassers und des Klimas im Hochland entstehen sehr vielfältige Whiskys mit interessanten Aromen. Jeder Whisky ist unterschiedlich, auch die von unmittelbar benachbarten Distillerien — sie sind z. T. rauchig und torfig intensiv. Bekannte Highland-Destillerien sind u. a. Edradour, Tomatin und Dalwhinnie.

West Highland

Zu den West-Highland-Whiskys rechnet man diejenigen, die an der schottischen Westküste (ohne Islay und Campbeltown) entstehen. Ebenfalls dazu gehören die Whiskys der Inseln Mull, Skye, Jura und Arran. Geschmacklich ordnen sich die West-Highland-Whiskys zwischen den Highland- und den Islay-Whiskys ein, d. h. ein starker Torf- und Rauchcharakter ist dominierend, dazu z. T. ein intensives, teils salziges See-Aroma. Eine Ausnahme bildet der „Isle of Jura“, der seit der Wiedereröffnung der Destillerie eine karamellige Süße aufweist.

Auf den Äußeren Hebriden gibt es zwei Destillerien. Auf der Insel Lewis produziert seit 2008 die Abhainn Dearg Destillery (Roter Fuß), es ist die westlichste Destillerie von Schottland. Die andere ist die auf der Isle of Harris gelegene Destillerie The Hearach-Distillery (übersetzt: Die Menschen der Insel). Sie wurde 2015 in Tarbert gegründet. Bekannte West-Highland- Distillerien sind u. a. Oban, Talisker, Tobermory, Isle of Jura und Arran.

North Highland

Als North Highlands bezeichnet man die Region nördlich von Inverness. Zu dieser Region rechnet man auch die zwei Orkney-Distillerien. Diese typischen „Ostküsten“-Whiskys zeichnen sich z. T. durch ein leichtes trockenes Heide- und Seearoma aus und sind sehr ausgeglichen, kräftig und angenehm zu genießen. Bekannte Distillerien der nördlichen Highlands sind u. a. Highland Park, Glenmorangie, Glen Ord und Old Pulteney.

Speyside

Die Region entlang der Flüsse Spey, Avon und Livet südöstlich von Inverness ist DIE Whisky-Region an sich. Hier befinden sich die meisten Distillerien (ca. 40) mit den größten Produktionsmengen. Die Luft riecht förmlich nach Whisky. In der Speyside wächst Gerste allerhöchster Qualität und es gibt sehr gutes, z. T. torfhaltiges Wasser. Speyside-Whiskys sind sehr rein. Die große Entfernung zum Meer bewirkt eine charakteristische Frische und einen außergewöhnlich ausgewogenen Geschmack nach Heide und Süße. Bekannte Speyside-Destillerien sind u. a. Glenfiddich, Glenfarclas, Glenlivet, Cragganmore, Cardhu, Tomintoul und Glen Grant.

Campbeltown

Die einst mächtigste Whisky-Metropole Campbeltown (1830 produzierten ca. 30 Distillerien in einer einzigen Stadt) ist fast zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Heute sind nur noch drei Brennereien aktiv. Campbeltown-Whiskys sind ähnlich den West-Highland-Whiskys recht aromatisch, torfig und rauchig. Die drei aktiven Distillerien sind Springbank (produziert auch Hazelburn und Longrow), Glen Scotia und Glengyle (Kilkerran).

Isle of Islay

Die Insel Islay vor der Westküste Schottlands ist ebenfalls eine kleine, wenngleich sehr wichtige Whisky-Region. Auf relativ engem Raum befinden sich sieben produzierende Distillerien. Islay-Whiskys zeichnen sich durch besonders rauchig-torfiges Aroma und einen großen, vielschichtigen Charakter aus. Durch die allgegenwärtige See sind salzig-seetangartige Einflüsse feststellbar, die Farbe des Whiskys ist im Allgemeinen dunkler als die der Produkte anderer Regionen.

Der aromatischste Whisky stammt ebenfalls von Islay: Laphroaig 10 Years, der bereits eine starke phenolische Note hat. Die Islay-Destillerien sind Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain und Caol Ila im Norden sowie Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig im Süden. Eine der jüngsten Whiskybrennereien ist Kilchoman, gegründet 2005 — die einzige Destillerie auf Islay, die nicht direkt am Meer liegt.

Irland

Nord-Irland, Republik Irland

Irland und Schottland verbinden viele Gemeinsamkeiten: die gälische Sprache, die nachgewiesenen gegenseitigen Einflüsse bei der Whisk(e)y-Verfeinerung, Torf und mehr. Irische Whiskeys sind im Normalfall Vatted Malts oder Blends, es gibt aber auch einige sehr hochwertige irische Single Malts. Die irischen Blends zeichnen sich durch einen sehr hohen Malt-Anteil aus, da irische Malts — vergleichbar mit schottischen Lowland Malts — sehr mild sind.

In Nordirland gibt es eine Distillery: Bushmills. In der Republik Irland produzieren nur noch zwei Distillerien: Midleton und, seit 1989, Cooley. Midleton gehört zu den „Irish Distillers“ und produziert vor allem die irischen Whiskey-Marken Jameson und Paddy’s sowie den Whiskey für Bailey’s Irish Cream Likör. Cooley ist eine kleine, selbständige Distillery und produziert intensive, hochklassige Malts wie „Connemara“ und „Locke’s“.

USA

Kentucky und Tennessee

In den Vereinigten Staaten wird in zwei Bundesstaaten Whisky hergestellt: Kentucky und Tennessee. Bekanntester Vertreter des Typs Kentucky Straight Bourbon ist „Jim Beam“, der zwar als Blend bekannt ist, den es aber auch als ausgezeichneten Single Malt gibt. Kentucky Straight Bourbon wird aus mindestens 51 % Mais mit Pot Stills hergestellt. Eine zweite in Kentucky hergestellte Art ist der Kentucky Straight Rye, der aus mindestens 51 % Roggen hergestellt wird.

Tennessee Whisky hat vor allem einen Vertreter: „Jack Daniel’s“. Hier werden neben dem verbreiteten Blend „No. 7“ auch feinste Single Malts hergestellt: „Gentleman Jack“ und „Single Barrel“.

Weitere Regionen

Japan, Kanada, Neuseeland

Die japanische Whisky-Herstellungstechnologie wurde vollständig aus Schottland übernommen. Es sind die Torfvorkommen und das kühle Klima auf der nördlichen Insel Hokkaido, die eine Whisky-Produktion ermöglichen. Bekannteste Unternehmen sind Suntory („Yamazaki“, „Hakushu“), Nikka („Nikka“, „Yoichi“) und Sanraku Ocean.

Des Weiteren wird Single Malt, wenn auch in weniger bedeutenden Mengen, noch in Kanada, in Neuseeland und in Australien hergestellt.